Hannes Sommer besetzt als Executive-Search-Berater aus Hamburg seit mehr als 15 Jahren Operations- und Supply-Chain-Führungspositionen im Gesundheitsmarkt. Entscheidend ist dabei nicht nur Erfahrung mit Produktion oder Logistik, sondern die Fähigkeit, Lieferfähigkeit, Qualität, Regulierung und Wirtschaftlichkeit als ein zusammenhängendes System zu führen.
Einleitung: Wenn Versorgung an der Lieferkette entscheidet
In vielen Branchen ist eine Lieferverzögerung ein wirtschaftliches Problem. Im Gesundheitsmarkt kann sie die Versorgung von Patientinnen und Patienten beeinträchtigen. Produktionsplanung, Beschaffung, Qualität, Zulassung, Lagerbestände und Distribution sind deshalb nicht bloß operative Einzelfunktionen. Sie bilden ein System, dessen Robustheit über Marktzugang und Verfügbarkeit entscheidet.
Die vergangenen Jahre haben Schwachstellen offengelegt: hohe Abhängigkeit von einzelnen Herstellstandorten, knappe Wirkstoffe und Komponenten, lange regulatorische Änderungswege und eine Datenlage, die Risiken häufig erst sichtbar macht, wenn der Engpass bereits eingetreten ist. Gute Operations-Führung muss früher erkennen, wo Effizienz in Fragilität umschlägt.
1. Von Kostenoptimierung zu belastbarer Versorgung
Die Europäische Kommission hat im März 2025 den Critical Medicines Act vorgeschlagen. Ziel ist unter anderem, Produktionskapazitäten in der EU zu stärken, Beschaffung resilienter zu gestalten und Abhängigkeiten von einzelnen oder wenigen Lieferanten zu reduzieren.[1]
Patients in the EU should have access to the medicines they need, when they need them.
Der Satz benennt den Maßstab für Operations im Gesundheitsmarkt: nicht maximale Auslastung, sondern verlässliche Verfügbarkeit unter definierten Qualitätsanforderungen. Das verändert auch die Führungskennzahlen. Stückkosten und Working Capital bleiben relevant, reichen aber nicht aus. Hinzu kommen beispielsweise:
- Zeit bis zur Wiederherstellung nach einem Ausfall,
- Transparenz über Tier-2- und Tier-3-Lieferanten,
- Single-Source-Risiken bei Wirkstoffen oder Komponenten,
- Freigabe- und Abweichungszeiten,
- regulatorische Umsetzbarkeit alternativer Bezugsquellen,
- Qualität und Aktualität von Bestands- und Bedarfsdaten.
Resilienz bedeutet dabei nicht, jede Unsicherheit durch Bestand zu kompensieren. Sie bedeutet, kritische Abhängigkeiten zu kennen und für sie belastbare Handlungsoptionen vorzubereiten.
2. Regulierung macht Veränderungen langsamer – und Vorbereitung wichtiger
In Pharma und Medizintechnik lässt sich ein Lieferant, Produktionsstandort oder Material häufig nicht kurzfristig austauschen. Validierung, Qualitätsvereinbarungen, technische Dokumentation und gegebenenfalls Zulassungsänderungen müssen berücksichtigt werden. Dadurch wird operative Vorsorge zur strategischen Aufgabe.
Seit Februar 2025 ist die Nutzung der European Shortages Monitoring Platform für relevante Meldungen von Zulassungsinhabern und nationalen Behörden verpflichtend.[2] Die Plattform erfasst Informationen zu Angebot, Nachfrage und Verfügbarkeit, um Engpässe früher zu erkennen und Maßnahmen europaweit zu koordinieren.[3]
Das schafft mehr Transparenz, erhöht aber zugleich die Anforderungen an interne Daten und Verantwortlichkeiten. Eine Organisation kann extern nur verlässlich berichten, wenn Produktstammdaten, Bestände, Kapazitäten und Risikobewertungen intern konsistent sind. Supply Chain wird damit auch zu einer Daten- und Governance-Funktion.
3. Die COO-Rolle verbindet vier Betriebssysteme
Eine moderne Operations-Leitung im Gesundheitsmarkt führt mindestens vier eng gekoppelte Systeme:
Produktion und Kapazität
Sie muss entscheiden, welche Kapazitäten intern, über Auftragshersteller oder über strategische Partner aufgebaut werden. Dabei zählen Skalierbarkeit und Technologietransfer ebenso wie Kosten.
Qualität und Compliance
Abweichungen, CAPA-Prozesse, Audits und Freigaben dürfen nicht als nachgelagerte Kontrolle verstanden werden. Qualität muss in Prozessdesign, Investitionsentscheidung und Lieferantensteuerung eingebaut sein.
Planung und Liefernetzwerk
Bedarf, Beschaffung, Bestand und Distribution benötigen eine gemeinsame Planungslogik. Besonders kritisch ist die Übersetzung unsicherer Forecasts in Entscheidungen, die regulatorisch oder technisch lange Vorläufe haben.
Menschen und Veränderungsfähigkeit
Kein S&OP-Prozess funktioniert, wenn Vertrieb, Produktion, Qualität und Finance unterschiedliche Wahrheiten verteidigen. Führung schafft ein gemeinsames Entscheidungsmodell und macht Zielkonflikte sichtbar, bevor sie eskalieren.
4. Was eine belastbare Operations-Führung auszeichnet
Ein überzeugender Lebenslauf nennt häufig Lean, S&OP, ERP-Transformation, Standortaufbau oder Kostenprogramme. Für die Auswahl ist entscheidend, was hinter diesen Begriffen liegt:
- Hat die Person eine regulierte Produktion selbst verantwortet?
- Musste sie zwischen Lieferfähigkeit und Qualitätsrisiko entscheiden?
- Hat sie eine zweite Bezugsquelle tatsächlich qualifiziert oder nur empfohlen?
- Kann sie mit Quality, Regulatory, Commercial und Finance auf Augenhöhe arbeiten?
- Hat sie eine Krise transparent geführt, ohne Aktionismus zu erzeugen?
- Versteht sie, welche Entscheidungen lokal und welche global getroffen werden müssen?
Die stärksten Operations-Persönlichkeiten sind weder reine Prozessoptimierer noch permanente Krisenmanager. Sie bauen Systeme, die Probleme früher sichtbar und Entscheidungen reproduzierbar machen.
5. Hannes’ DNA: Marktkenntnis plus situatives Urteil
Hannes Sommer übersetzt die operative Ausgangslage zunächst in ein präzises Mandat. Im Profil-Workshop wird geklärt, ob das Unternehmen Stabilisierung, Skalierung, Restrukturierung, Internationalisierung oder Professionalisierung braucht. Erst dann wird bestimmt, welche Erfahrung wirklich vergleichbar ist.
Das Market Mapping kombiniert das persönliche Netzwerk mit strukturierter, KI-unterstützter Recherche. Die Technologie erweitert die Sicht auf den Markt; sie trifft nicht die Auswahlentscheidung. Hannes führt die Qualifizierung selbst und prüft anhand konkreter Situationen, wie Kandidatinnen und Kandidaten unter regulatorischem und operativem Druck entschieden haben.
Operations wird nicht dann strategisch, wenn es im Organigramm aufsteigt. Es ist strategisch, sobald Lieferfähigkeit über Vertrauen und Unternehmenswert entscheidet.
Maximal drei parallele Mandate und ein zweiwöchentliches Reporting sorgen dafür, dass Suchstrategie und Marktfeedback laufend kalibriert werden können. Statt einer Blackbox entsteht ein nachvollziehbarer Prozess.
6. Fünf Fragen vor dem Start einer Operations-Suche
- Ist die primäre Aufgabe Stabilisierung, Skalierung oder Transformation?
- Welche regulatorischen und qualitativen Risiken trägt die Rolle persönlich?
- Wo liegen heute die kritischsten Abhängigkeiten im Liefernetzwerk?
- Welche Entscheidungskompetenz besitzt die Rolle gegenüber Commercial, Quality und Finance?
- Welche messbaren Verbesserungen müssen nach zwölf Monaten sichtbar sein?
Die Antworten helfen, zwischen einer erfahrenen Verwalterin des bestehenden Systems und einer Führungspersönlichkeit für die nächste Phase zu unterscheiden.
Fazit
Operations und Supply Chain im Gesundheitsmarkt dienen nicht allein der Effizienz. Sie sichern Versorgung, Qualität und Handlungsfähigkeit. Die richtige Führung erkennt Abhängigkeiten früh, verbindet Daten mit operativer Erfahrung und schafft Entscheidungen, die auch unter Druck belastbar bleiben. Genau diese Wirkung muss ein Executive-Search-Prozess sichtbar machen.
Persönlich. Präzise. Diskret.
Hamburg · deutschlandweit
Weiterführende Links
Primärquellen
- [1] European Commission: Commission proposes new rules to ensure stable supply of critical medicines
- [2] European Medicines Agency: European Shortages Monitoring Platform fully operational
- [3] European Medicines Agency: European Shortages Monitoring Platform
- [4] European Medicines Agency: Medicine shortage communications
- [5] European Medicines Agency: Medicine shortages – Annual Report 2025
FAQ
- Welche Operations- und Supply-Chain-Positionen besetzt Hannes Sommer?
- Typische Mandate sind COO, Head oder Director Operations, Supply Chain Leitung, Produktionsleitung sowie funktionsübergreifende Schlüsselrollen mit Verantwortung für Planung, Qualität, Beschaffung oder Standortnetzwerke.
- Muss eine Kandidatin oder ein Kandidat aus derselben Produktkategorie kommen?
- Nicht zwingend. Entscheidend ist, welche regulatorische Tiefe, Produktionslogik und Veränderungsphase übertragbar sind. Ein Wechsel zwischen Teilsegmenten kann sinnvoll sein, wenn die kritischen Betriebserfahrungen vergleichbar sind.
- Wie wird Krisenerfahrung überprüft?
- Über konkrete Entscheidungssituationen und Referenzen: Ausgangslage, verfügbare Daten, Alternativen, persönliche Verantwortung, Kommunikation und messbares Ergebnis. Allgemeine Aussagen zur „Krisenfestigkeit“ reichen nicht aus.
- Wann liegen erste Profile vor?
- Nach Hannes Sommers eigener Prozesserfahrung meist nach rund zwei Wochen. Die Profile sind zu diesem Zeitpunkt bereits persönlich qualifiziert und auf die konkrete Operations-Aufgabe eingeordnet.

