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Executive Search Medizintechnik – Hannes Sommer
Branchenexpertise · Medizintechnik

Executive Search für Medizintechnik

Hannes Sommer ist spezialisierter Executive-Search-Berater für die Medizintechnik-Branche mit Sitz in Hamburg und begleitet Unternehmen bei der Besetzung von Geschäftsführungs- und Schlüsselpositionen zwischen Technik, MDR-Regulatorik und internationalem Vertrieb. Seine Erfahrung umfasst mehr als 300 Mandate über verschiedene Teilbereiche des Gesundheitsmarktes.

Autor
Hannes Sommer
Datum
Lesedauer
9 Min. Lesezeit

Ein Produkt ist mehr als seine Technologie

Ein Medizinprodukt ist selten nur ein Gerät. Es besteht aus Hardware, eingebetteter oder eigenständiger Software und einer definierten klinischen Anwendung, die alle drei Ebenen zusammenführt. Ein bildgebendes System zum Beispiel liefert nur dann Wert, wenn Hardware, Auswerte-Software und der klinische Workflow in Klinik oder Praxis reibungslos ineinandergreifen. Genau diese Verknüpfung entscheidet über Zulassungsfähigkeit, Erstattung und die Bereitschaft von Anwenderinnen und Anwendern, das Produkt tatsächlich zu nutzen.

Wertschöpfung entsteht dabei über den gesamten Produktlebenszyklus: Konzeption, Entwicklung, klinische Bewertung, Zulassung, Serienfertigung, Vertrieb, Service, Post-Market-Surveillance und schließlich geordnete Ablösung. Führung in der Medizintechnik ist damit weniger die Frage, wer die eleganteste Technologie baut, sondern wer diese Kette industriell verlässlich, regulatorisch sauber und wirtschaftlich tragfähig steuert.

MDR, IVDR und EUDAMED verändern operative Verantwortung

Die europäischen Verordnungen für Medizinprodukte (MDR) und für In-vitro-Diagnostika (IVDR) definieren einheitliche Anforderungen an Klassifizierung, klinische Evidenz, technische Dokumentation, Post-Market-Surveillance und Rollen wie die Person Responsible for Regulatory Compliance [1][2]. Für Hersteller bedeutet das dauerhaften Aufwand — nicht nur bei Neuprodukten, sondern über den gesamten Bestand.

Die operative Klammer bildet EUDAMED, die europäische Datenbank für Medizinprodukte. Seit dem 28. Mai 2026 sind vier Module von EUDAMED — Actor registration, UDI/Device registration, Notified Bodies and Certificates sowie Market Surveillance — für Hersteller, Bevollmächtigte, Importeure und weitere Akteure verpflichtend zu nutzen [3]. Zentraler Baustein ist die Unique Device Identification (UDI): Über die UDI werden Produkte eindeutig identifiziert und in EUDAMED registriert, was Rückverfolgbarkeit, Rückrufe und Marktüberwachung deutlich vereinfacht [4].

Für Geschäftsführungen verschiebt sich damit die Verantwortung: Regulatory Affairs, Qualitätsmanagement, IT und Supply Chain arbeiten enger zusammen als je zuvor, und Governance-Themen wie Datenqualität, Vigilanzprozesse und Traceability werden zu Chefsachen.

Mittelstand, Nachfolge und Internationalisierung

Ein großer Teil der europäischen Medizintechnik ist mittelständisch, oft familiengeführt und stark an einzelne Persönlichkeiten gebunden. Wenn Gründer- oder Inhabergenerationen die operative Führung abgeben, treffen historisch gewachsene Kultur und neue Governance-Anforderungen aufeinander: professionalisierte Boards, Beteiligungspartner, MDR-getriebene Prozesse und internationale Vertriebsstrukturen.

Familiennachfolge in der Medizintechnik verlangt daher meist zwei Rollenprofile gleichzeitig — eine operative Geschäftsführung, die den bestehenden Betrieb regulatorisch sauber weiterführt, und eine kommerzielle oder internationale Führung, die den Zugang zu weiteren Ländermärkten aufbaut. Wo Vertrieb bisher überwiegend über Distributoren oder wenige Direktmärkte lief, wird der Aufbau eigener Ländergesellschaften, klarer Marktzugangsstrategien und belastbarer Reporting-Strukturen zur zentralen Führungsaufgabe.

Führung zwischen R&D, Qualität und Markt

Wer in der Medizintechnik Führung übernimmt, arbeitet dauerhaft im Dreieck aus R&D, Qualität und Markt. R&D verantwortet Roadmap, Software-Architektur, Hardware-Design und die Integration klinischer Anwendungsfälle. Qualität und Regulatory tragen technische Dokumentation, klinische Bewertung, Zusammenarbeit mit Benannten Stellen und den kontinuierlichen Nachweis der Konformität im Feld.

Der Markt — Krankenhäuser, ambulante Versorger, Einkaufsgemeinschaften, Kostenträger — verlangt zunehmend Evidenz zu Nutzen, Total Cost of Ownership und digitaler Integrationsfähigkeit. Führungspersönlichkeiten müssen entscheiden können, welche Produktentwicklung sich rechnet, welche Portfolio-Bereinigung notwendig ist und wie Vertriebsorganisationen entlang von Indikationen, Ländern oder Kundensegmenten aufgestellt werden. Isolierte Ingenieurs- oder Vertriebssicht reicht dafür regelmäßig nicht aus.

Was spezialisierter Executive Search prüfen muss

Ein belastbarer Suchprozess in der Medizintechnik geht über den Lebenslauf hinaus. Zu prüfen sind unter anderem: dokumentierte Verantwortung für MDR- oder IVDR-Konformität konkreter Produktklassen, Erfahrung mit Benannten Stellen und Audits, geführte UDI- und EUDAMED-Registrierungsprozesse, Verantwortung für Post-Market-Surveillance und Vigilanzsysteme sowie erlebte Übergänge zwischen inhabergeführter und institutionalisierter Governance.

Ebenso wichtig sind die kommerziellen Realitäten: Wer hat internationale Vertriebsstrukturen tatsächlich aufgebaut, wer hat Distributor- in Direktvertrieb umgestellt, wer kennt Erstattungsdynamiken in den relevanten Zielmärkten? Referenzen mit ehemaligen Vorgesetzten, Peers und Berichtsempfängern sowie — wo sinnvoll — zertifizierte Eignungsdiagnostik ergänzen das Bild um Führungswirkung, Entscheidungsverhalten unter Unsicherheit und Umgang mit regulatorischem Druck.

Fünf Signale für den richtigen Suchzeitpunkt

Erstens: Ein regulatorischer Meilenstein steht an — MDR-Rezertifizierung, IVDR-Übergang, Einführung neuer EUDAMED-Module — und die aktuelle Führungsstruktur trägt ihn erkennbar nicht.

Zweitens: Die inhabergeführte Ära geht in eine strukturierte Nachfolge über, Beirat oder neue Gesellschafter erwarten professionalisiertes Reporting und klare Ressortzuschnitte.

Drittens: Der Sprung von einem Heimatmarkt in mehrere internationale Direktmärkte steht bevor, ohne dass in Vertrieb, Regulatory oder Supply Chain entsprechend erfahrene Führung vorhanden ist.

Viertens: Ein Portfolio soll bereinigt oder um Software- und Digital-Health-Komponenten erweitert werden, während die bestehende Führung überwiegend Hardware-getrieben ist.

Fünftens: Vorstand oder Beirat stellen fest, dass Entscheidungen zwischen R&D, Qualität und Markt regelmäßig zu spät oder ohne belastbare Faktenbasis fallen.

Fazit

Medizintechnik ist eine der am stärksten regulierten und zugleich international wachsenden Teilbranchen des Gesundheitsmarktes. MDR, IVDR, EUDAMED und UDI verschieben Verantwortung dauerhaft in die oberste Führungsebene; Nachfolge, Internationalisierung und der Umbau in Richtung Software und datenbasierter Anwendungen tun ihr Übriges. Wer in diesem Umfeld Schlüsselpositionen besetzt, braucht einen Suchprozess, der Technik, Regulatorik und Markt gleichrangig bewertet — und einen Berater, der mit dieser Realität aus mehr als 300 Mandaten im Gesundheitsmarkt vertraut ist.

„EUDAMED provides a living picture of the lifecycle of medical devices available in the European Union.“
European Commission

Primärquellen

FAQ

Sie besetzen Führungspositionen in familiengeführten Medizintechnik-Unternehmen — worauf achten Sie besonders?
Auf die Balance zwischen historischer Kultur und neuer Governance: Persönlichkeiten, die inhabergeprägte Strukturen respektvoll professionalisieren, verbindliches Reporting einführen und Beiräte oder Beteiligungspartner tragfähig einbinden können.
Wie unterstützen Sie beim Aufbau internationaler Vertriebsstrukturen?
Über die Besetzung von General-Manager-, Country-Manager- und VP-Sales-Rollen mit dokumentierter Erfahrung im Aufbau eigener Ländergesellschaften, der Umstellung von Distributor- auf Direktvertrieb und der Steuerung erstattungsrelevanter Marktzugangsstrategien.
Wie prüfen Sie MDR- und EUDAMED-Kompetenz konkret?
Über verantwortete Konformitätsprozesse konkreter Produktklassen, geführte Audits mit Benannten Stellen, UDI- und EUDAMED-Registrierungen sowie den nachweisbaren Aufbau von Post-Market-Surveillance- und Vigilanzsystemen.
Welche Positionen besetzen Sie in der Medizintechnik am häufigsten?
CEO, COO, CTO, VP R&D, VP Regulatory/Quality, VP Operations, General Manager für Ländermärkte sowie kommerzielle Führungsrollen mit Digital-Health-Bezug.
Wie schnell liegen erste Profile vor?
In der Regel nach rund zwei Wochen nach Kick-off eine erste persönlich geprüfte Vorauswahl.
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Ob C-Level-Vakanz, Nachfolgeplanung oder belastbare Markteinschätzung — Hannes Sommer berät Sie persönlich und vertraulich.

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